Wilhelm von Bode: Briefe

Erschließung der Briefkorrespondenzen Leipziger Mäzene an Wilhelm von Bode

Den Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit der Briefkorrespondenz Wilhelm von Bodes bildete die Erforschung der Sammlung niederländischer Gemälde im Museum der bildenden Künste Leipzig im Rahmen der Erstellung des wissenschaftlichen Bestandskataloges zur Niederländischen Malerei (1400–1700). Diese Sammlung geht auf mehrere Stiftungen bzw. Schenkungen Leipziger Kunstmäzene zurück, die ihrerseits mit Unterstützung Bodes diese Sammlungen sukzessive aufbauten.

Die Quellenbasis für diese Untersuchung bilden ca. 300 transkribierte und inhaltlich weitestgehend erschlossene Briefe von Julius Otto Gottschald (1841–1903) und Alfred Thieme (1830–1906). Hinzukommen noch ca. 180 Briefe des Kunsthistorikers und Sammlers Fritz von Harck (1855–1917), einem langjährigen, engen Freund Bodes, deren Transkription und Erschließung noch nicht abgeschlossen ist.

Die jeweils über mehrere Jahrzehnte geführten Schriftwechsel beinhalten eine Vielzahl an Informationen im Zusammenhang mit der Erwerbung von Kunstgegenständen auf dem europäischen Kunstmarkt, wie z.B. zu Kunsthändlern, Sammlungen, Auktionen, Preisen, Geschmackskriterien u.v.a.m. Allerdings war Bode nur einer von vielen Experten, denen sich Gottschald, Thieme & Co. beim Aufbau ihrer Sammlungen bedienten. Innerhalb dieses dichten Netzes aus Kunstsammlern, -händlern und Museumsfachleuten, nahm Bode aber unbestritten eine zentrale Position ein.

Wilhelm von Bode (1845–1929)
Wilhelm von Bode (1845–1929)

Im Gegenzug für seine fachlichen Expertisen und Dienste zeigten sich die Leipziger Sammler u.a. beim Aufbau der Berliner Museen durch finanzielle Zuwendungen oder Schenkungen von Kunstwerken erkenntlich. Eine erste grundlegende Überblicksdarstellung über dieses Briefkonvolut erscheint voraussichtlich 2019/20 in einem Sammelband, der sich mit der Rolle Bodes auf dem internationalen Kunstmarkt um 1900 auseinandersetzt.


Briefwechsel mit Wilhelm Vöge

Den Untersuchungsgegenstand bilden die im Zentralarchiv der Staatlichen Museen Berlin aufbewahrten und zum schriftlichen Nachlass Wilhelm von Bodes gehörenden ca. 110 Briefe von Wilhelm Vöge (1868–1952) aus dem Zeitraum von 1896 bis 1909 (einzelne darüber hinaus, diese sind jedoch undatiert). Außerdem stehen dem Berliner Konvolut weitere 40 Briefe (datiert) und eine unbekannte Anzahl undatierter Briefe Bodes an Vöge im Vöge-Archiv in Freiburg i. Br.  gegenüber.

Den Anstoß zur die Beschäftung mit dem Briefwechsel gab die Internationale Tagung Kontinente der Kunstgeschichte, die die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt aus Anlass des  150. Geburtstags von Wilhelm Vöge im Februar 2018 in Naumburg/Schulpforte veranstaltete.

Briefe Wilhelm Vöges (1868–1952) an Wilhelm von Bode
Briefe Wilhelm Vöges (1868–1952) an Wilhelm von Bode

Eine Veröffentlichung über den Briefwechsel ist im November 2019 in der Schriftreihe Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts erschienen.